Brücken

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Eine Brücke ist eine Struktur, die Orte über ein physisches Hindernis hinweg verbindet. Bei diesem Hindernis kann es sich um Wassermassen, ein Tal, oder andere Arten von Infrastruktur handeln.
Die Geschichte des Brückenbaus–sowie die Geschichte der Architektur– wurde durch dessen Materialität bestimmt. Zuerst durch Holz, Ziegel und Stein, später durch Stahl und Beton. Dabei nahmen, mit den neuen Materialien, das Widerstandspotenzial und die räumlichen Möglichkeiten deutlich zu. Zu der römischen Brücke von Alcantara (1. Jh) schrieb der Planer Cayo Julio Lacer über den Eingang des Tempels: “ars ubi materia vincitur ipsa sua”, übersetzt “Technik, durch die sich die Natur selbst besiegt”. Demnach kann die Menschheit die Schwerkraft durch die geschickte Platzierung des Materials bezwingen.
In diesem Kurs werden wir uns nicht auf die strukturelle Herausforderung dieser Bautypologie konzentrieren, sondern auf das Potenzial von Brücken als eine Infrastruktur mit vielfältigen Nutzungen.
Brücken als verbindende Elemente wurden ursprünglich als dynamische Räume konzipiert und ihre Dimensionen wurden effizient für den Transit definiert. Es gibt jedoch einige brillante Ausnahmen in der Geschichte des Brückenbaus, die ihre Notwendigkeit ausgenutzt haben, um ihren Städten mit einem zusätzlichem sozialen Wert beizutragen, ob als urbanes Forum oder Wohnraum.
Die Krämerbrücke in Erfurt (12. Jh.), Ponte Vecchio in Florenz (14. Jh.), Ponte di Rialto in Venedig (15. Jh.) und Si-o-se-pol in Isphaan (17. Jh.) sind Beispiele für die Kombination der verbindenden Nutzung einer Brücke mit dem Programm von Markt und Wohnen.
Wir möchten in diesem Semester mit Brücken experimentieren. Wir werden gemeinsam eine lange Brücke schaffen, die die Kombination der jeweiligen Entwürfe der Studierenden darstellt. Alle Segmente werden nebeneinander platziert, so dass ein Kontaktbereich zwischen zwei benachbarten Teams entsteht. Alle Brückensegmente verbindet eine öffentliche, freie oben liegende Plattform, die für Kontinuität zwischen jedem Abschnitt sorgt.
Das maximale Bauvolumen für alle Segmente der Brücke beträgt 12 m über dem Wasser, 12 m Breite und eine Spannweite von 12 m, das folgende Bedingungen erfüllt:
– Die öffentliche Plattform (in 12 m Höhe) muss frei und öffentlich bleiben, für die kontinuierliche Durchwegung entlang der Brücke und für jegliche temporäre Nutzungen.
– Ein 4 m hohes Boot muss unter jeder Brückeneinheit durchfahren können.
– Das Volumen unterhalb der Plattform wird so organisiert, dass es verschiedenste Nutzungen auf die spannendste Art und Weise aufnimmt, von den Aussichten auf beiden Seiten profitiert und die räumliche Atmosphäre erschafft, die sich auf die gegebene Referenz stützt.
Damit man den Entwurf sowohl im zwei- als auch im dreidimensionalen Formaten darstellen kann, werden wir diesen auf einen Maßstab von 1:50 skalieren, um somit Modelle, Schnitte, Pläne und Axonometrien in einer nachvollziehbaren Größe erstellen zu können.
Die Position jedes Segments wird zu Beginn definiert. Die Verbindungen zwischen jeder Einheit, die genaue Position der öffentlichen Plattform, sowie des Baumvolumens in beide Richtungen, werden in gegenseitiger Absprache mit den benachbarten Teams vereinbart und festgelegt, so dass die Kontinuität der Brücke gewährleistet ist.

Booklet
Aufgabe 1
Aufgabe 2
Aufgabe 3
Aufgabe 4
Aufgabe 5
Aufgabe 5 Anleitung
Aufgabe 6